Skip to content

Spendenstatistik

Was suchen Sie?

Hervorragendes Spendenjahr 2019

Zewo Spendenstatistik zeigt Rekordspenden

Im Jahr 2019 haben Hilfswerke, die in der Schweiz Spenden sammeln, 1,91 Milliarden Franken erhalten. Das ist das beste Sammlungsergebnis, seit es die Spendenstatistik der Zewo gibt. Zugenommen haben vor allem Spenden von privaten Haushalten und Legate.

Die Schweizer Hilfswerke haben im Jahr 2019 mit 1,91 Milliarden mehr Spenden erhalten als je zuvor. In den vergangenen Jahren waren die Spenden bei rund 1,8 Milliarden Franken über längere Zeit auf hohem Niveau stabil geblieben.

Die 50 grössten Hilfsorganisationen, die in der Schweiz Spenden sammeln, erhielten zwischen 117 Millionen und 6 Millionen Franken Spenden. Von drei gespendeten Franken, erhielten diese Werke zwei. Von 100 Spendenfranken, welche die 50 grössten Organisationen bekamen, flossen 63 Franken an Hilfswerke, die das Zewo-Gütesiegel tragen und regelmässig von der Zewo kontrolliert werden. 

Das geht aus der Spendenstatistik der Stiftung Zewo hervor, auf deren Basis das Verbandsmanagement Institut (VMI) der Universität Freiburg jährlich die Spendenmarktentwicklung in der Schweiz berechnet.

7 von 10 Spendenfranken kommen von privaten Haushalten und aus Erbschaften

Alle 498 Hilfswerke, die von der Zewo zertifiziert sind, erhielten im vergangenen Jahr zusammen 1,28 Milliarden Franken Spenden. Ihre bedeutendsten Spender sind die privaten Haushalte. Von ihnen bekamen die Hilfswerke jeden zweiten Spendenfranken aufgrund von Sammlungsaufrufen, Mitglieder- und Gönnerbeiträgen oder Patenschaften. Jeden fünften Spendenfranken erbten die Hilfswerke. Stiftungen, Firmen oder andere Institutionen trugen 3 von 10 Franken an die Spendeneinnahmen von Hilfswerken bei.

Zugenommen haben 2019 vor allem Spenden von privaten Haushalten und die Legate. Dieses ausserordentliche Wachstum kam zahlreichen Hilfswerke zugute, die bereits seit vielen Jahren das Zewo-Label tragen. Nur ein Zehntel der Veränderungen geht darauf zurück, dass im vergangenen Jahr zusätzliche Hilfswerke das Label erstmals erhalten haben und nun Teil der Auswertung sind.

Die Beiträge von Förderstiftungen und die Firmenspenden haben im Vergleich zu den Vorjahren ebenfalls leicht zugenommen. Bei den institutionellen Spenden verlief die Entwicklung aber gleichmässiger als bei den Privatspenden.

2 von 3 Spendenfranken erhalten Hilfswerke aus privaten Haushalten

Gleichviele Spenden für Inland- und Auslandhilfe

Die im Inland tätigen Hilfswerke haben insgesamt etwa gleichviele Spenden erhalten wie jene, die internationale Hilfe leisten. Das Verhältnis hat sich im Laufe der Jahre kaum verändert. Die Inlandwerke machen allerdings drei Viertel aller zertifizierten Organisationen aus. Nur jedes vierte Zewo-Werk ist international tätig. Dieses Viertel finanziert seine Hilfe demnach stärker aus Spenden als Hilfswerke, die im Inland arbeiten. Die Inlandwerke nehmen vermehrt auch Aufträge der öffentlichen Hand wahr. Zudem zählen zu den im Inland tätigen Hilfswerken viele kantonale und regionale Sektionen, die kleiner sind als die international tätigen Hilfswerke.

Hilfe für 4,5 Milliarden Franken finanziert

Insgesamt erhielten die Zewo-Werke im Jahr 2019 4,5 Milliarden Franken für ihre Hilfeleistungen. Zusätzlich zu den Spenden von 1,28 Milliarden Franken erbrachten sie im Auftrag der öffentlichen Hand Leistungen für fast 1,6 Milliarden. Zudem erwirtschafteten sie aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen über 1,2 Milliarden. Die übrigen Einnahmen von knapp 0,4 Milliarden setzen sich vor allem aus Finanzerträgen oder Geldflüssen aus internationalen Netzwerken zusammen.

Organisationen mit Zewo-Gütesiegel setzen von 100 Franken im Mittel 80 Franken für Hilfsprojekte ein. 13 Franken benötigen sie für administrative Aufgaben. 7 Franken kostet sie das Spendensammeln. Dies geht aus der aktuellen Studie der Zewo zu Kennzahlen von Hilfswerken hervor. Der Be-richt dazu erscheint voraussichtlich im Oktober 2020 und wird bei der Stiftung Zewo erhältlich sein.

Ähnlich wie bei den Spenden erklärt sich bei den selber erwirtschafteten Einnahmen die Zunahme gegenüber früheren Jahren fast vollständig durch höhere Einnahmen bei Hilfswerken, die das Gütesiegel der Zewo schon über eine längere Zeit tragen. Bei den öffentlichen Geldern geht die Zunahme hingegen auf neu zertifizierte Hilfswerke zurück, die erstmals in der Statistik enthalten sind. Das gilt auch für die übrigen Einnahmen. Diese haben insbesondere aufgrund von international tätigen Hilfswerken, die das Gütesiegel der Zewo im Jahr 2019 neu erhalten haben, stark zugenommen.

Welche Zahlungskanäle Spenderinnen und Spender nutzen

Die meisten Spenden gelangen direkt zu den Hilfswerken

Von 100 Spendenfranken, die Hilfswerke von Privatpersonen, aus Legaten oder von institutionellen Spendern erhielten, gelangten auch im vergangenen Jahr 99 Franken über herkömmliche Zahlungskanäle zu ihnen. Meistens sind es direkte Überweisungen von einem Bank- oder Postkonto auf das Spendenkonto der Organisation.

Im Jahr 2019 nutzte bereits über die Hälfte der Spenderinnen und Spender aus privaten Haushalten das E-Banking. Per Einzahlungsschein oder mittels Einzahlung am Postschalter überwiesen noch 29 Prozent ihre Spende. Das geht aus dem Swissfundraising Spendenbarometer hervor.

Zahlungskanäle Spendenstatistik

2.40 von 100 Franken spenden private Haushalte über digitale Kanäle an Hilfswerke

Für digitale Spenden hat die eigene Website eines Hilfswerkes die grösste Bedeutung. Doch selbst wenn man nur die privaten Einzelspenden betrachtet, erhalten die Hilfswerke von 100 Franken, die ein privater Haushalt spendet, erst 2 Franken und 40 Rappen über einen digitalen Zahlungskanal wie SMS, Crowdfunding oder eine Spendenplattform.

145’000 Menschen sind im Einsatz für zertifizierte Hilfswerke

498 zertifizierte Hilfswerke beschäftigen zusammen über 30’000 Mitarbeitende, was rund 21’000 Vollzeitstellen entspricht. Darüber hinaus leisten rund 115’000 Menschen unentgeltliche Arbeit in der ehrenamtlichen Leitung oder für Freiwilligeneinsätze. Umgerechnet in angestellte Arbeitsverhältnisse entspricht dies weiteren 3’400 Vollzeitstellen.

22 Prozent der Arbeit von Mitarbeitenden und 10 Prozent des ehrenamtlichen und freiwilligen Engagements entfallen auf Hilfswerke, die ganz oder in erheblichem Ausmass für Projekte im Ausland tätig sind. Den überwiegenden Teil ihrer Arbeit leisten zertifizierte Organisationen für die Hilfe in der Schweiz.

Ausblick auf das Spendenjahr 2020

Trotz des hervorragenden Spendenjahrs 2019 und obwohl insbesondere Hilfswerke, die im Inland tätig sind, während der Corona-Krise zusätzlich Spenden erhalten haben, befürchten die meisten Hilfsorganisationen für das Jahr 2020 einen Rückgang bei den Spenden. Mehr dazu erfahren Sie aus der erstmals durchgeführten repräsentativen Umfrage der Stiftung Zewo, die zeigt, wie Hilfswerke die Corona-Krise gemeistert haben und was sie von der Zukunft erwarten.

Methodik der Zewo Spendenstatistik
Die vorliegende Statistik der Zewo beruht auf den direkt bei den Zewo-zertifizierten Organisationen erhobenen Daten zur Einnahmenstruktur. Das Einnahme- und Spendentotal basiert dabei auf einer Befragung bei 498 Zewo-zertifizierten Organisationen. Zur Ergänzung der Datenbasis wurden, wo nötig, die revidierten Jahresrechnungen konsultiert. Je nach Untersuchungsaspekt variiert die Stichprobengrösse aufgrund von Datenlücken. Die Auswertung erfolgte durch Ueli Löffel M. Sc. und Prof. Dr. Markus Gmür vom Verbandsmanagement Institut (VMI), Universität Freiburg/CH.

Definition der Einnahmekategorien
Die Zewo-Statistik unterscheidet die folgenden Einnahmekategorien:

Spenden
(Klein)Spenden aus privaten Haushalten
– Mitglieder- und Gönnerbeiträge
– Patenschaften
– Spenden von privaten Einzelpersonen (Mailings und neue Kanäle wie Spendenplattformen etc.)
– Spezielle Anlässe (z.B. Benefiz-Konzerte, Spendengalas)

Grossspenden und Legate
– Grossspenden (grosse Beträge von privaten Spendern, Mäzenen, Schenkungen zu Lebzeiten)
– Legate (testamentarisch verfügte Spenden nach dem Tod des Spenders, Erbschaften)

Spenden von Stiftungen und anderen NPO
– Beiträge von anderen NPO und privaten Institutionen aus dem Inland
– Vergabestiftungen
– Kirchen
– Glückskette
– Spenden von Kantonen und Gemeinden (Spenden ohne Gegenleistung/Leistungsauftrag, z.B. Lotteriefonds)
– Co-Finanzierung durch andere NPO

Firmenspenden
– Spenden von Firmen (kein Sponsoring)
– Sammlungen, aus Kooperationen mit kommerziellen Dritten (z.B. Belegschaft einer Firma, Weihnachtanlass, Spende die an einen Produkteverkauf gekoppelt war, Texaid, Bezahlen mit Kreditkarte, Aufrunden beim Bezahlen, Veranstalter von Events etc.)

Staatliche Beiträge
– Beiträge (Angebots- und Investitionsbeiträge) von Gemeinden, Kantonen sowie vom Bund für eine Gegenleistung/Leistungsauftrag

Eigenleistungen
– Der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen; Leistungen, die von einer Versicherung (z.B. Krankenkasse) stellvertretend für den Leistungsempfänger übernommen werden; Einnahmen aus Sponsoring

Andere Einnahmen 
– z.B. Liegenschafts- und Finanzertrag, Gelder aus internationalen Netzwerken sowie in der Betriebsrechnung monetarisierte Naturalien

Grundlage zur Schätzung des Spendenmarktvolumens
Seit 2010 basiert die Hochrechnung des Gesamtmarktvolumens auf den effektiven Daten der Zewo-Statistik, die mit den fehlenden Daten aus den revidierten Jahresrechnungen der grössten 50 Spenden sammelnden Organisationen (mit oder ohne Zewo-Zertifizierung) ergänzt wird. Veränderungen im Volumen des Gesamtmarkts oder einzelner Komponenten werden auf Basis einer Panelstudie mit Vergleichsdaten aus den Vorjahren geschätzt. Da keine verlässlichen Daten zu kleineren Hilfswerken ohne Zewo-Zertifizierung verfügbar sind, wird der Marktanteil unterhalb der Gruppe der 50 grössten Hilfswerke, die zusammen über 60% aller Spendeneinnahmen auf sich vereinigen, mit der Annahme geschätzt, dass der Anteil zertifizierter Organisationen in einer Mehrjahresbetrachtung über alle Grössenkategorien hinweg gleich ist. Diese Annahme birgt zwar das Risiko einer systematischen Marktüber- oder -unterschätzung, kann aber zusammen mit den Panelanalysen die Marktentwicklungen seit 2010 gut abbilden.

Archiv

Die 21 Zewo-Standards für Spenden sammelnde NPO

Die 21 Zewo-Standards

Sie möchten Ihre NPO zertifizieren lassen?