Unter dem Motto «NPOs neu denken» bot die Zewo-Tagung Impulse, Diskussionen und viel Raum für Austausch darüber, wie NPOs Veränderungen gestalten, Verantwortung teilen und Vertrauen sichern können.
Dass der Wandel in der Arbeitswelt Chancen, aber auch Kehrseiten mit sich bringt, zeigte HR-Experte Thomas Bösch gleich zu Beginn. Ein Beispiel dafür sind partizipative Arbeitsmodelle: Sie kommen dem Bedürfnis vieler Mitarbeitender nach Mitsprache und Beteiligung entgegen. Im Übermass und ohne klare Vereinbarungen können sie jedoch in kollektiver Unverantwortlichkeit münden. Es gehört deshalb zu den Führungsaufgaben, die Zusammenarbeit so auszugestalten, dass sie die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und der Organisation in eine gute Balance bringt.
Markus Gmür präsentierte die Ergebnisse der neuen Zewo-Vergütungsstudie 2026. Sie zeigt: Die Vergütungen in Schweizer Hilfswerken bleiben zurückhaltend und sind weitgehend erklärbar.
Die Nobelpreisträgerin Esther Duflo ermutigte NPOs, knapper werdende Mittel dort einzusetzen, wo sie möglichst viel bewirken – und dafür bestehende Erkenntnisse aus der evidenzbasierten Forschung zu nutzen. Was nachweislich funktioniert, soll skaliert werden. Gleichzeitig müssen neue Ideen getestet und sauber evaluiert werden. Dass etwas nicht funktioniert, kommt häufig vor. Entscheidend ist, dies früh zu erkennen, zu handeln und daraus zu lernen. Im Zentrum evidenzbasierter Forschung sollte dabei nie die Frage stehen, was es uns nützt, sondern was den Menschen nützt, um die es geht.
In fünf Fokusgruppen standen konkrete Fragen aus der NPO-Praxis im Zentrum: der Einsatz von KI im Finanz- und Personalwesen, die Herausforderung, als Organisation im Zeitalter von KI-Agenten sichtbar zu bleiben, die Frage, wie NPOs Erkenntnisse aus der Wirkungsmessung für Lernen und Weiterentwicklung nutzen können, sowie die risikobasierte Due Diligence von Partnern, Begünstigten und Mittelflüssen zur Vorbeugung von Missbrauchsrisiken.
Auf dem Podium diskutierte Moderatorin Ladina Spiess mit Nora Kronig, Direktorin des Schweizerischen Roten Kreuzes, Melchior Lengsfeld, Direktor von Helvetas, und Florian Steinbacher, Vizedirektor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV), über aktuelle Herausforderungen für NPOs und die Frage, wie sich der gemeinnützige Sektor unter veränderten Rahmenbedingungen weiterentwickeln kann.
Martina Ziegerer gab einen ersten Einblick in die aktuellsten Daten der Zewo-Einnahmenstatistik. Sie zeigte, dass digitale Zahlungsmittel und die angekündigte Ablösung des Lastschriftverfahrens für den NPO-Sektor aktuelle Themen sind, für die sich die Zewo gemeinsam mit anderen Akteuren des NPO-Sektors einsetzt. Mit neuen Hilfsmitteln zu den Zewo-Standards und Spendenverstärkern für NPOs unterstützt die Zewo zertifizierte Organisationen zudem dabei, Vertrauen sichtbar zu machen und zu stärken.
Zum Abschluss gab Nora Wilhelm den Teilnehmenden Impulse zum Systemdenken mit auf den Weg. Ihr Appell: Wer Zukunft gestalten will, muss Zusammenhänge erkennen, vertraute Denkmuster hinterfragen und bereit sein, neu zu denken. Passend zum Motto der Tagung zitierte sie: «We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them.»
Und weil nach der Tagung vor der Tagung ist: Wir freuen uns auf ein Wiedersehen an der nächsten Zewo-Tagung am 7. September 2027 im Casino Bern. Tragen Sie sich das Datum am besten schon heute ein!
Impressionen von der Zewo-Tagung 2026
Hier sind einige Eindrücke eines Tages voller Impulse, Begegnungen und anregender Diskussionen.



















Fotos: Jairo N’tango