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Effektiver Altruismus

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Effektiver Altruismus greift zu kurz – eine Einordnung aus Sicht der Zewo

Der effektive Altruismus verfolgt das Ziel, Spendengelder dort einzusetzen, wo sie pro eingesetzten Spendenfranken eine möglichst grosse messbare Wirkung erzielen. Auch die Zewo setzt sich für einen effizienten, wirkungsorientierten, transparenten und sorgfältigen Einsatz von Spendengeldern ein. Aus Sicht der Zewo greift ein rein auf messbare Wirkung ausgerichteter Ansatz jedoch zu kurz, da er zentrale ethische, gesellschaftliche und strukturelle Aspekte gemeinnützigen Handelns nicht ausreichend berücksichtigt.

Wirkung ist mehr als eine Kennzahl

Gemeinnütziges Handeln findet häufig in komplexen gesellschaftlichen Zusammenhängen statt. Nähe zu den betroffenen Menschen, lokales Wissen sowie eine langfristige Perspektive sind dabei zentrale Erfolgsfaktoren. Viele Organisationen arbeiten über Jahre an strukturellen Veränderungen – etwa in den Bereichen Klima, Bildung, sozialer Zusammenhalt, Menschenrechte oder Stärkung der Zivilgesellschaft.

Die erzielte Wirkung lässt sich oft nur eingeschränkt messen, nicht eindeutig einzelnen Projekten zuordnen und kaum direkt vergleichen. Gründe dafür sind unter anderem zeitlich verzögerte Effekte, das Zusammenwirken verschiedener Akteure sowie externe Einflüsse wie gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Ein starker Fokus auf kurzfristig messbare Effekte und auf den «grössten Impact pro Franken» begünstigt bestimmte Projektarten und blendet andere systematisch aus. So wird auch Unterstützung im Inland aus dieser Perspektive häufig als zu wenig wirksam eingestuft. Wirkung entsteht jedoch nicht nur dort, wo sie unmittelbar messbar ist, sondern auch dort, wo Organisationen Bedürfnisse ernst nehmen, partizipativ arbeiten, langfristig tragfähige Strukturen aufbauen oder zu Bewusstseins- und Verhaltensänderungen beitragen. Wirkung zeigt sich oft schrittweise, indirekt und über einen längeren Zeitraum.

Wirkungsorientiert handeln

Vertreterinnen und Vertreter des effektiven Altruismus kritisieren teilweise, dass Gütesiegel zu wenig über die tatsächliche Wirkung einer Organisation aussagen. Diese Einschätzung verkennt den Anspruch und die Funktion von Gütesiegeln.

Das Zewo-Gütesiegel ist bewusst kein Wirkungsranking und somit kein Instrument zur Bewertung oder zum Vergleich der Wirkung von Organisationen. Es prüft vielmehr, ob Spendengelder verantwortungsvoll, kostenbewusst und wirkungsorientiert eingesetzt werden, ob die Organisation transparent informiert, nach den Grundsätzen guter Governance geführt wird und ob die Mittel dem deklarierten Zweck entsprechend verwendet werden.

Wirkungsorientierung bedeutet für die Zewo, dass Organisationen klar formulieren, was sie verändern wollen, ihren Beitrag zu dieser Wirkung reflektieren, ihre Aktivitäten entsprechend steuern und als Institution lernen – auch wenn die von ihnen erzielte Wirkung nicht immer vollständig messbar ist. Damit schafft das Gütesiegel eine verlässliche Grundlage für Vertrauen – nicht eine Rangliste zum Vergleich von Organisationen oder Hilfsprojekten.

Verantwortung statt Vergleiche

Eine Rangliste von NGOs nach ihrer vermeintlichen Wirksamkeit bedeutet, menschliche Not und Leid anhand messbarer Indikatoren zu vergleichen. Aus Sicht der Zewo ist dies ethisch problematisch. Solidarität, Menschenwürde und gesellschaftliche Verantwortung lassen sich nicht allein mit Kennzahlen abbilden und sollten nicht reinen Kosten-Nutzen-Überlegungen untergeordnet werden.

Wirkung braucht Weitblick

Die Stärke des gemeinnützigen Sektors liegt in seiner Vielfalt. Unterschiedliche Angebote, Zielgruppen und Wirkungslogiken ergänzen sich und sind gesellschaftlich notwendig. Der effektive Altruismus kann zwar wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit Wirkung geben, ein ausschliesslich messbarer Wirkungsansatz greift jedoch zu kurz.

Die Zewo verfolgt deshalb einen differenzierteren Ansatz und steht für einen breiten Wirkungsbegriff: evidenzbasiert, zugleich werteorientiert und kontextsensibel. Gemeinnützige Organisationen sollen nicht nur effizient und wirkungsorientiert handeln, sondern auch verantwortungsvoll, partizipativ und ethisch reflektiert – im Bewusstsein gesellschaftlicher Vielfalt, lokaler Bedürfnisse und der Notwendigkeit einer langfristigen Perspektive.

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